15. April 2021

 

Klima schonen, Müll vermeiden, Mikroplastik in den Ozeanen – den meisten dürften diese Gedanken mittlerweile ein schlechtes Gewissen bereiten, während sich mal wieder der Einkaufswagen mit in Plastik verpackten Lebensmitteln und Produkten füllt. Gleichzeitig wirkt ein plastikfreies Leben auf den ersten Blick schnell überwältigend: Dabei musst Du weder DIY-Profi sein, noch vegan oder neben einem Unverpackt-Laden leben, um deinen Alltag ein wenig plastikfreier zu gestalten. Mit unseren 6 Einsteiger-Tipps für plastikfreie Alternativen kannst auch Du dich für eine nachhaltigere Zukunft einsetzen.

 

Wichtig: Wirf jetzt auf keinen Fall direkt alles einmal gesammelt weg – damit würdest nur das Gegenteil unseres eigentlichen Ziels bewirken: einen riesigen Restmüll-Haufen an ungenutztem Plastik. Es gilt jetzt, zwischen wirklich schädlichem Plastik im Haushalt und jenem, welches uns nicht aktiv schadet, zu unterscheiden. Alltagsgegenstände, die potentiell noch eine hohe Nutzungsdauer haben, sollten demnach diese noch möglichst lange ausschöpfen statt vorzeitig für noch mehr Plastikmüll zu sorgen. Die Haarbürste etwa oder der Stuhl aus Hartplastik „dürfen“ natürlich noch solange wie möglich genutzt werden. Erhitzte Produkte mit Mikroplastik hingegen solltest du wenn möglich im Restmüll entsorgen und Plastikgegenstände die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, solltest du am Ende ihrer Lebensdauer besser mit plastikfreien Alternativen ersetzen. 

Hier kommen nun 6 einfach und schnell umsetzbare Alternativen, um Plastik im Alltag zu ersetzen - mit jedem Budget:  

1. Plastikfrei und Unverpackt(er) einkaufen 

Zugegeben: Unverpackt-Läden sind nicht für jeden Geldbeutel geeignet und zudem (leider) noch nicht in jeder Stadt präsent. Dennoch lohnt sich ein Besuch, falls du einen Unverpackt-Laden in der Nachbarschaft hast: Statt radikal direkt deinen kompletten Vorratsschrank auf Glasbehältnisse umzustellen, hilft auch schon ein erster zaghafter Schritt, beispielsweise dein Waschmittel, die Frühstückshaferflocken oder Mehl zukünftig dort regelmäßig in eigene Behälter nachfüllen zu lassen. Wer Angst vor schweren Einkaufstaschen voller Vorratsgläser hat, dem sei gesagt: Auch ein mehrfach genutzter Plastikcontainer weist noch eine bessere Bilanz auf als die Einwegverpackung aus dem Supermarkt.  

Mitarbeiter in Supermärkten, Metzgereien oder Frischetheken sind oftmals noch zurückhaltend mit dem Befüllen eigener Dosen und Behälter und schrecken vermeintlich aus Hygienegründen und vor allem seit dem letzten Pandemiejahr zurück, Fragen kostet jedoch nichts!

2. Wochenmärkte – plastikfreies Einkaufsparadies 

Im Punkt plastikfreies Einkaufen sind sie der Allrounder. Fast jeder Ort, wie klein er auch sein mag, hat einen Wochenmarkt zumindest in der Nähe. Nicht nur die Regionalität und Frische der angebotenen Produkte überzeugt, auch sind die Verkäufer in den meisten Fällen damit vertraut, dass Kunden ihre eigenen plastikfreien Alternativen mitbringen. Plastiktüten sind zwar auch hier noch vorhanden, werden allerdings in geringen Mengen und meist nur auf Nachfrage ausgegeben. 

 

3. Eigene Einkaufstüten mitnehmen 

Spätestens seit dem Einwegplastiktütenverbot und damit einhergehenden obligatorischen 10 bis 30 Cent für jegliche Einkaufstüten im Lebensmittel- und Einzelhandel hat es sich ein Großteil der deutschen Bevölkerung bereits angewöhnt, Stoffbeutel, Obstnetze oder andere Mehrwegtaschen möglichst immer dabei zu haben. Auch eine Alternative: unsere robusten, stylischen und reißfesten INN.MYBAG Shopper, mit denen jeder Einkauf zum Hingucker wird.  

4. Duschgel & Shampoo durch feste Alternativen ersetzen 

Verbrauchen wir etwa alle vier Wochen eine Flasche Shampoo und Duschgel, so summiert sich das im Jahr auf 26 Flaschen Plastikmüll. Zudem verbirgt sich in vielen Flüssigkeiten Mikroplastik, welches sich in Kläranlagen schlecht filtern lässt und so in unsere Meere und Flüsse gelangt. Alternative plastikfreie Produkte wie feste Seifen, die ohne Plastikverpackung und idealerweise aus natürlichen Inhaltsstoffen ohne Mikroplastik bestehen, sind hier eindeutig der umweltfreundlichere Weg. 

Auch hier gilt: Nicht in einer Hauruck-Aktion alle Plastikflaschen aus dem Bad verbannen und entsorgen, sondern nach und nach aufbrauchen und mit Alternativen wie festen Seifen oder Shampoos ersetzen. Schaut man sich einmal auf dem Markt um gibt es mittlerweile viele Anbieter, die feste Körper- und Haarseifen in ihr Sortiment mit aufgenommen haben. Wer mit festen Shampoos noch nicht ganz warm wird, findet auch Anbieter, die vermehrt auf Shampoos ohne Mikroplastik und in recycelten Kunststoffbehältern setzen. 

Bleiben wir im Bad: Auch Zahnbürsten stellen einen mittlerweile großen Anteil unseres Hausmülls dar, sofern sie regelmäßig ausgetauscht werden. Hier bietet der Markt mittlerweile plastikfreie Alternativen etwa aus schnell nachwachsendem Bambus oder regionalem Buchenholz. 

5. Plastikfrei im Haushalt: Putzmittel-Alternativen 

Für einen regelrechten Hype sorgen derzeit Putzmittel-Tabs, die in Wasser aufgelöst in wiederverwendbaren Plastikflaschen für eine umweltbewusste und plastikreduzierte Alternative sorgen sollen. Verschiedenste Hersteller füllen damit mittlerweile die Drogerien – hier gilt es zu vergleichen wie nachhaltig die Inhaltsstoffe wirklich sind, oder ob Putzmittel ohne Mikroplastik in recycelten Sprühflaschen manchmal doch die bessere Wahl sind. Wer hier noch mehr Geld sparen möchte und gleichzeitig ganz genau über Inhaltsstoffe informiert sein möchte, der kann sich Reinigungsmittel auch einfach selbst mischen. Tipps und Rezepte hierzu liefern mittlerweile zahlreiche Blogs, Social-Media-Kanäle oder auch Bücher zum Thema Plastikfrei Leben.

6. Coffee to go  

Eines der bekanntesten Beispiele, dessen Vermeidung oft als Argument dienen darf, wie sich im Alltag möglichst leicht Geld sparen oder unnötiger Plastikmüll vermeiden lässt. 

Daten aus 2019 zufolge füllen in Deutschland pro Stunde etwa 320.000 To-Go-Becher samt Plastikdeckel die Mülleimer. Seit der Pandemie dürfte sich diese Zahl zwar verändert haben, allerdings sind gerade durch die Schließungen der Gastronomie Einweg- To – Go – Verpackungen wieder präsenter im Alltag geworden. Gerade um die regionale Gastronomie zu unterstützen, gilt es allerdings nicht diese zu meiden, sondern bewusst mit der Umwelt im Hinterkopf diese weiter aufzusuchen: Bei der Abholung vor Ort nachfragen ob ein Befüllen eigener Behältnisse, wie Thermosbecher oder Lunchboxen den Hygienemaßnahmen nach möglich ist. Alternativ gibt es auch Mehrwegsysteme in manchen Städten, bei denen gegen Pfand Mehrwegbecher oder Vorratsgläser von den Restaurants und Cafes geliehen werden kann.  

 

 

 

Buchtipps für einen Einstieg in einen plastikfreien Alltag:  

 

„Einfach plastikfrei leben: Schritt für Schritt zu einem nachhaltigen Alltag.“ von Charlotte Schüler,erschienen im südwest Verlag 2019 

 

„Plastikfrei für Einsteiger“ von Christoph Schulz, erschienen im mvg Verlag 2019 

Plastikfrei für Einsteiger: 6 einfach umsetzbare Alternativen mit jedem Budget